Grundlagen der Meditation

Ziel ist die Verbindung von Meditation und Achtsamkeit im Sinne der Vollkommenheit der Weisheit der Prajnaparamita. Die sechs Vollkommenheiten oder Paramitas sind handelnde Meditation:

  1. Großzügigkeit (engl. Generosity; Skt. dāna; Tib. སྦྱིན་པ་, jinpa): Großzügigkeit als Gewohnheit zu entwickeln und pflegen.
  2. Disziplin (engl. Discipline; Skt. śīla; Tib. ཚུལ་ཁྲིམས་, tsultrim): sich von Schaden fernhalten.
  3. Geduld (engl. Patience; Skt. kṣānti; Tib. བཟོད་པ་, zöpa): die Fähigkeit, sich durch nichts beunruhigen zu lassen.
  4. Freudige Anstrengung (engl. Diligence; Skt. vīrya; Tib. བརྩོན་འགྲུས་, tsöndrü): Freude an allem Hilfreichen und Volkommenen zu finden.
  5. Versenkung (engl. Meditative concentration; Skt. dhyāna; Tib. བསམ་གཏན་, samten): frei von Zerstreuung sein.
  6. Weisheit (engl. Wisdom; Skt. prajñā; Tib. ཤེས་རབ་, sherab): die klare Unterscheidung aller Phänomene, aller erkennbaren Dinge.

Die ersten fünf Paramitas bewirken die Vermehrung von Verdienst und werden gemeinsam als Methode (Tib. Tab) bezeichnet, die sechste Vollkommenheit umfasst die Ansammlung von Weisheit (Tib. Sherab). Dieses sechste Paramita kann wiederum in vier unterteilt werden, so dass sich insgesamt zehn Paramitas unterscheiden lassen. Methode und Weisheit werden als zwei Flügel eines Vogels bezeichnet, die gleichwertig Voraussetzung für die Erkenntnis der unverstellten Natur des Geistes sind.

Shi-Nay, das Verweilen in Ruhe (tib.: Zhi – Ruhe, gNas – Verweilen), bezeichnet einen Zustand, in dem alle Gedanken völlig aufgelöst sind, so dass der Geist zur Ruhe kommt.