Drikung Kagyü Linie

Innerhalb der mündlichen Überlieferungslinien, der Kagyü Tradition des tibetischen Buddhismus, die auf Vajradhara zurückgehen und von Tilopa über Naropa, Marpa, Milarepa und Gampopa zu Phagmo Drupa übergeben wurden, hält die Drikung Kagyü Linie seit über 850 Jahren eine ungebrochene Tradition aufrecht. Liniengründer ist Kyobpa Jigten Sumgön (1143 – 1217), einer der Hauptschüler Phagmo Drupas. Seither haben 37 Nachfolger die Verantwortung für die Linie getragen. Während S.H. Drikung Kyabgön Chuntsang in Tibet die Betreuung der Linie wahrnimmt, hat S.H. Drikung Kyabgön Chetsang in Dhera Dun in Indien das Drikung Kagyü Institut aufgebaut, das heute eine bedeutende tibetische Bibliothek (Songtsen Library), das Kagyü College und ein Frauen- und Männerkloster umfasst. Link

Nach einem starken Einbruch im Zuge der chinesischen Kulturrevolution, die umfassende Zerstörungen von Leben und Gütern verursacht hat und alle buddhistischen Traditionen gleichermaßen erfasste, ist die Drikung Kagyü Linie heute eine lebendige und vitale Tradition, die aus der Kraft des ungebrochenen Segensstroms tausender verwirklichter Meister auch den Wandel in einer modernen Welt integriert hat und mit zahlreichen Zentren weltweit aktiv ist.

Der Vielzahl der menschlichen Gewohnheiten entsprechend sind ebenso viele Wege zur Befreiung aus diesen Illusionen möglich. Wesentlich ist der authentische Weg der Übermittlung, um ein fruchtbares Ergebnis zu erreichen. Im Sinn der Ri-Me Tradition verstehen sich diese Methoden als gleichwertig. Drei wesentliche Überlieferungen werden in der Drikung Kagyü Linie gehalten werden.

Die erste Linie ist die Großartige Segens-Verwirklichungs-Linie, die den Fünffachen Pfad zu Mahamudra und die Sechs Yogas von Naropa einschließt. Sie wurde von Vajradhara zu Tilopa, Naropa, Marpa Lotsawa, Jetsun Milarepa, Lharje Gampopa, Phagmo Drupa und in der Folge zu Jigten Sumgon (dem Gründer der Drikung Kagyu) bis zu den gegenwärtigen Linienhaltern Chokyi Jugne (H.H Kyabgon Chuntsang Rinpoche) und Thrinle Lhundrub (H.H Kyabgon Chetsang Rinpoche) übermittelt.

Die zweite Linie ist die Linie der Profunden Sicht. Sie wurde von Buddha Shakyamuni zu Manjushri, Arya Nagarjuna, Chandrakirti, Rigpe Khuchuk, Elder Kusali, Younger Kusali, Atisha, Gampopa, Phagmo Drupa, Lord Jigten Sumgon, Chokyi Jugne (H.H. Chuntsang Rinpoche) und Thrinle Lhundrub (H.H. Chetsang Rinpoche) überliefert.

Die dritte Linie ist die Linie der Vollkommensten Praxis. Diese wurde von Buddha Shakyamuni zu Maitreya, Asanga, Vasubandhu, Arya Namdrole, Namdrol De, Chokgi De, Dulwai De, Khenpo Yangdak Namnangze, Sengha Badra, Rinchen Zangpo, Rata Prajnapala, Gunamaitra, Atisha, Gampopa, Phagmo Drupa bis Jigten Sumgon, Chokyi Jugne (H.H. Chuntsang Rinpoche) und Thrinle Lhundrub (H.H. Chetsang Rinpoche) übertragen.

Jetsün Gampopa hatte die vollständigen Belehrungen, geheimen mündlichen Übertragungen und Segnungen von allen drei Linien erhalten, die er dann an Phagmo Drupa übergab. Obwohl Phagmo Drupa eine große Gemeinschaft von Schülern hatte, war Jigten Sumgon einer der ihm besonders nahestehenden. Phagmo Drupa hatte vorhergesagt, dass die Lehre und der Segensstrom durch einen Bodhisattva der zehnten Stufe (Bhumi) weitergeführt werden würden. Jigten Sumgon seinerseits hatte die vollständigen Belehrungen, geheimen mündlichen Übertragungen und Segnungen von allen drei dieser Linien von Phagmo Drupa erhalten und gab sie einschließlich der Sechs Yogas von Naropa wiederum an seinen Hauptschüler , Gurawa Tsultrim Dorje weiter. Die vollständigen Belehrungen, Übertragungen und Segnungen gingen durch alle großen Meister der Linie bis in die Gegenwart zum 36. Linienhalter, S.H. Drikung Kyabgon Chuntsang Rinpoche, und dem 37. Linienhalter, S.H. Drikung Kyabgon Chetsang Rinpoche weiter.

Durch den 17. Drikung Kyobpa Rinchen Phuntsog kam auch die Überlieferung der Nyingma Terma und Dzogchen Tradition an die Drikung Linie und ist bis heute hier überliefert.

Kyobpa Jigten Sumgon sagte seinen Schülern Folgendes voraus:, „In der Zukunft warden meine Lehren wegen zwei Bodhisattvas blühen, die aufgrund ihres Mitgefühls und ihrer Weisheit wie Sonne und Mond sind.“ S.H. Chetsang Rinpoche ist wie die Sonne, eine Ausstrahlung von Chenrezig, dem Bodhisattva des Mitgefühls, während S.H. Chungtsang Rinpoche wie der Mond ist, eine Ausstrahlung von Manjushri, dem Bodhisattva der Weisheit.

 

May all mother sentient beings, boundless as the sky, have happiness and the causes of happiness.
May they be liberated from suffering and the causes of suffering.
May they never be separated from the happiness, which is free from sorrow.
May they rest in equanimity, free from attachment and aversion.